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Aschaffenburg, 01.03.2008


Interview mit den Herren von "Coppelius"

Aus dem Tagebuch des coppelianischen Ministers für Welthenruhm:
[...] ich erwartete den werten Herren Befrager schon seit einiger Zeit an der Türe, doch er wollte einfach nicht kommen. Als sich die Sonne neigte, machte ich mich auf den Weg, ob er sich verlaufen hätte. Ich fand ihn auch auf einer Parkbank............

Aus dem Tagebuch des coppelianischen Ministers für Welthenruhm:
[...] ich erwartete den werten Herren Befrager schon seit einiger Zeit an der Türe, doch er wollte einfach nicht kommen. Als sich die Sonne neigte, machte ich mich auf den Weg, ob er sich verlaufen hätte. Ich fand ihn auch auf einer Parkbank, von der er sich beharrlich weigerte, aufzustehen, da ihn fürchterlicher Schmerz im Rücken plagte.
Sofort rief ich Bastille herbei, welcher den armen Journalisticus mit einer Trage zum coppelianischen Herrensitz brachte, ihm einen Absinth reichte und ihn bequem bettete.
Doch statt sich erst einmal zu erholen, packte er ohne Umschweife seine Notizen aus und begann zu Fragen:

Messwell.DE : Das Album „Coppelius“ kam mit einigen Stücken 2003auf dem Markt. Wie kam es denn letztendlich zur Bandentstehung? Wie habt ihr zueinander gefunden?

Max Coppella: Aber mein Herr, wissen Sie denn nicht, dass auf Fragen dieser Art strikt mit Schweigen oder mindestens mit dem Hinweis auf Androhung, die gesammelten Abhandlungen unseres Historikers Coppelikus lesen zu müssen, geantwortet wird?

Coppelikus: Was Herr Coppella damit sagen will, ist, dass meine Umfangreichen Arbeiten zu diesem Thema bereits in den Weiten des weltumspannenden Netzes verbreitet wurden.
Riskieren Sie dazu ruhig einen Blick auf www.coppelius-band.de
Dort ist nämlich zu lesen, wie sich die werten Herren zum ersten mal bei der Uraufführung der „Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart...
(Nachdem die coppelianischen Musiker sofort an Ort und Stelle von tiefem Schlaf übermannt wurden,fielen auch dem erschöpfen Journalisticus die Augen zu. Er erwachte zur rechten Zeit: Coppelikus hatte gerade geendigt)
...die ersten Konzerte der diesjährigen Frühjahrskonzertreise wohlbehalten überstanden die Freude gehabt zu haben hatten.

Messwell.DE : Warum waren die ersten Werke nur mit max.5 Songs bestückt?

Max Copella.: Da muss ich Sie korrigieren, auf einem Silberling befand sich noch eine kleine filmische Köstlichkeit, also waren das schon 6 Stücke!

Graf Lindorf: Ein bisschen Vorbereitung seitens des Herrn Journalissimus wäre wirklich sehr erquicklich. Also: „Coppelius“ mit drei, „1803“ mit 4 und „To My Creator“ mit 5 Stücken und dem besagten Kurzfilm zu einem unserer unvergessenen historischen und überaus gehaltvollen Konzerte vor insgesamt 1 Zuschauer. Nachdem wir in den Jahrzehnten immer wieder aufs Neue versucht hatten, dem Hilfeschrei nach konserviertem Klangmaterial nachzukommen und jedes Mal kläglich an der sich zu rasant entwickelnden Aufnahmetechnik gescheitert sind, wollten wir uns nicht gar zu sehr drängen lassen.




Messwell.DE : “Time-Zeit“ ist das neuste Werk, wie entstand dieses grandiose Meisterwerk?

Max Copella : Da müsste ich mal etwas weiter ausholen, alles begann an einem lauen Wintermorgen des Jahres 18… aber nein, ich möchte es doch lieber nicht verraten, sonst kann ja bald ein Jeder solche Jahrhundertkunstwerke vollbringen, das möchte ich nicht. Ich bitte um Verzeihung.

Graf Lindorf : Man verriet uns eines Tages, nachdem wir für die einzelnen Scheiben der „Frühen Werke“ recht verhalten vorgegangen waren, dass man gern auch eine ganze Stunde und darüber hinaus auf einer solchen Klangscheibe unterzubringen in der heute technisch verzwickten Lage sei. Und so ließen wir uns nicht lumpen! Als wir dann hörten, dass es heutzutage Apparate gibt, die diese Klangscheibe abspielen können, waren wir ganz aus dem Häuschen. Nun kennen Sie die wahre Geschichte!

Comte Caspar: Sie würden staunen, erführen Sie von den technischen Raffinessen, welche wir angewendet haben! So entwickelten wir ein neues Amplifikationssystem, so daß die Musik nun aus gleich zwei Lautsprechern tönt, wodurch neuartige, niegehörte räumliche Klänge möglich werden!


Messwell.DE : Was ist das Ziel eurer Arbeit?

Comte Caspar: Wie Ihnen sicherlich geläufig ist, HILFT Coppelius. Diese coppelianische Hilfe anzubringen, wo es nur möglich ist, ist unser Ziel. Sehen Sie, Coppelius kurbelt auch die Wirtschaft an - was sonst hätten die Ohrenärzte zu tun, kämen nicht Scharen von fanatischen Anhängern mit blutenden Ohren zu ihnen gelaufen?
Davon abgesehen arbeiten wir nicht - wir musizieren!

Nobusama: Unser Ziel ist es, neben dem Krisendienst Freude zu bereiten und das Auditorium in euphorische Extasse zu versetzen.

Messwell.de: Wie läuft die derzeitige Konzertreise?

Comte Caspar: Es ist eine einzige Plackerei: In der Kutsche holpert und poltert es, und es zieht kalt durch die Fenster, von Frühling keine Spur!
Auch ist Herr Coppella ganz schlecht auf mich zu sprechen, da ihm immer noch die verlorene Partie dieses Sucht erregenden Brettspiels schwer im Magen liegt...
aber das interessiert Sie wahrscheinlich gar nicht, Sie wollen wieder nur wissen, wie die Konzerte sind. Nun, sie sind großartig. Was hätten Sie gedacht?

Max Coppella: Entschuldigen Sie, wenn ich noch etwas hinzufüge, aber ich bin eigentlich immer schlecht auf den Comte zu sprechen!


Messwell.DE : Welche Erfahrungen haben die Herren auf bisherigen Konzertreusen z.B mit „Subway To Sally“ gemacht?

Comte Caspar: Die durchschnittliche Schönheit des weiblichen Auditoriums variiert von Stadt zu Stadt!

Max Copella: Sie sehen nun, warum ich den Comte nicht mag, diese Arroganz, dieses Anmaßende und … mir fehlen die Worte.

Der coppelianische Minister für Welthenruhm: Werther Herr Journalisticus, sie dürfen nicht so provokante Fragen stellen, sonst beginnen die beiden Klarinettisten wieder, sich zu streiten, was für gewöhnlich bis zum Duell eskaliert!

Messwell.DE : Wer ist bei den Herren von Coppelius der musikalische Kopf? Wer textet diese wunderbaren Musikstücke?

Max Coppella.: Ich ganz allein, jawohl, niemand Anderes wäre dazu fähig, jawohl, ICH!!!
le Comte Caspar: Glauben Sie es?

Graf Lindorf.: Um Himmels willen! Ich lasse sofort Bastille kommen, damit er wird sich nun, da Sie es nicht vermeiden konnten, diese hochexplosive Frage zu stellen, bemühen wird müssen, das Duellierzeug bereit zu legen und das Operationsbesteck abzukochen. Nein Le Comte! Nicht doch…!
(mit hochrotem Kopf stehen sich die beiden Klarinettisten gegenüber, bereit, bis zum
Äußersten zu gehen, da springt Nobusama auf, um die Situation zu retten, denn sich
duellierende Klarinettisten kann man nicht befragen)

Nobusama: Und meine Aufgabe besteht dann darin, Max Coppelas Stücke, die voller Ideen sind, hörertauglich zu machen.

Messwell.DE : Was sind die musikalischen Vorbilder?

Comte Caspar: Sie meinen wohl: „Für wen waren wir alles musikalisches Vorbild?“ Nun, die Liste wäre kürzer, wenn wir aufzählen würden, wer sich NICHT an uns orientiert hätte. Außer einigen australischen Buschmusikern fällt mir da wenig ein...

Nobusama: Tomas Ledín! Besonders gut gefällt mir das Lied „What are you doing tonight?“.

Messwell.DE : Pleiten Pech und Pannen gehören zum Leben dazu, an welche könne sich die Herren denn noch erinnern?


Comte Caspar: Diverse Theaterbrände... ? Obwohl die vielen Toten, die es dabei gab, schon nicht mehr „zum Leben dazu“ gehören...


Messwell.DE : Verratet Ihr eure richtigen Namen ?

Comte Caspar: Den mitschwingenden Vorwurf, wir würden Ihnen falsche Namen sagen, übergehe ich geflissentlich. Ich frage Sie auch nicht, ob Sie uns mit falscher Nase oder angeklebtem Schnurrbart zur Befragung gegenübertreten!

Messwell.DE : Wie hat es den Herren denn in Aschaffenburg und seinen Räumlichkeiten im Colos Saal gefallen?

Comte Caspar: Es war ein weiter Weg zur Garderobe, dadurch hat Bastille lang gebraucht, um Erfrischungen und Kleidung zur Verfügung zu stellen und war unnötig abgehetzt.
Er hat es manchmal nicht leicht, doch ist es auch nicht zu tolerieren, dass die coppelianischen Angelegenheiten dadurch in Verzug geraten.

Messewell.DE : Last but not least, was haben sich die Herren von Coppelius für musikalische Ziele gesteckt?

Max Coppella : Ich für meinen Teil habe natürlich längst Alles erreicht, was man sich wünschen kann, somit wird es schwer, nach noch Höherem zu streben, aber dem Comte fällt es sicherlich sehr leicht, ein nicht zu hoch gestecktes Ziel zu erreichen.

Comte Caspar: Ja sehen Sie, wenn man das Überblasen der Klarinette genau auf dem Punkt kontrollieren kann, an dem der Ton in die Duodezime übergeht, entsteht ein sehr interessanter Klang, harmonisch und kräftig, wie von Natur aus verzerrt.
Doch ist es nicht leicht, weil der Ton sich lieber für eines der beiden entscheidet, statt in der Mitte herumzuschwirren .Dieses geringe Ziel, welches natürlich für den Herrn Coppella völlig irrelevant ist, habe ich mir gesteckt. Doch wahrscheinlich habe ich Sie mehr verwirrt, als Ihnen geholfen...

Messwell.DE : Vielen Dank für diese eindrucksvolle Gesprächsrunde und weiterhin eine gute Konzertreise meine Herren.







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